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Warum ist Nachhaltiges Personalmanagement wichtig?

Nachhaltigkeit ist kein nice-to-have mehr - weder für unsere Umwelt, noch für Mitarbeiter:innen. Diese wollen vermehrt in nachhaltigen Unternehmen arbeiten: Über ⅔ der Befragten in einer Studie von KPMG würden einen Job nur annehmen, wenn sie dadurch für ein nachhaltiges Unternehmen arbeiten können. Dafür werden sogar geringere Gehälter in Kauf genommen. 


Nachhaltiges Personalmanagement: große Chancen für Employer Branding und die Bindung von Mitarbeitenden

Allerdings finden 83% der Arbeitnehmer:innen laut einer Studie von Cone Communications, dass ihr Arbeitgeber nicht genug für den Umweltschutz tue. Hier birgt es große Gefahr, denn 7 von 10 Beschäftigten halten nachhaltigen Unternehmen auch eher die Treue. Gleichzeitig eröffnen sich aber auch große Chancen für nachhaltiges Personalmanagement, und zwar nicht nur in Punkto Employer Branding und der Bindung von Mitarbeitenden. Auch die Motivation vom Team wird positiv von Nachhaltigkeit beeinflusst: 8 von 10 Menschen mit nachhaltigem Arbeitgeber sind motiviert, neue nachhaltige Ideen am Arbeitsplatz einzubringen. 


Zusammenfassend lässt sich sagen: Nachhaltiges Personalmanagement ist extrem wichtig, weil Nachhaltigkeit Talente anzieht und Mitarbeitende motiviert und diese wiederum ein nachhaltiges

Unternehmen schaffen.



 

Was bedeutet nachhaltiges Personalmanagement überhaupt?

Eine allgemeingültige Definition von nachhaltigem Personalmanagement gibt es nicht. Nach unserem Verständnis muss der Fokus jedoch darauf liegen, über und mit Mitarbeitenden positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft zu nehmen. Dementsprechend umfasst nachhaltiges Human Resource Management Strategien und Maßnahmen in all den Bereichen personeller Gestaltungsmaßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, gemeinsam mit Mitarbeitenden die ökologische und soziale Nachhaltigkeit des Unternehmens zu steigern.


 

HOW: Welche Rolle spielt nachhaltiges Personalmanagement für die Nachhaltigkeitstransformation und wie gestalten wir sie aus?

Nachhaltiges Wirtschaften, insbesondere das Thema ESG, ist eines der großen Zukunftsthemen und eine große Chance für den People & Culture Bereich, um die eigene Rolle im Unternehmen mitgestalten:

  • als Partner: auf Augenhöhe mit einem starken Business-Netzwerk

  • als Expert:in für ESG und Nachhaltigkeitsmaßnahmen mit Exzellenz in der Umsetzung

  • als Navigatorin in der Nachhaltigkeitstransformation mit Organisationsverständnis


In 80% der Unternehmen ist die HR Abteilung bereits in ESG-Thematiken involviert. Doch nur in 4% der Unternehmen leiten HR-Professionals ESG-Themen. (Fußnote: DGFP (2022): Studie “Future of HR in Strategy, Sustainability and Technology) 


Folgende Faktoren können People & Culture helfen, in eine gestaltende Rolle zu kommen:

  • Fachliches Know-how in den Themen Nachhaltigkeitsmanagement und -trends, ESG sowie HR Analytics

  • Tools und Prozesse, um benötigte Daten zu sammeln und für ESG-konforme Berichte aufzubereiten

  • Einbindung in die Unternehmensstrategie. Bisher geschieht das nur in 40% der Unternehmen, zum Beispiel in Form eines CHRO. (DGFP e.V.)

  • Zeit für strategische Themen und proaktive Maßnahmen. In HR sind viele Themen kritisch und dringend, was für HR eine “operative Falle” bedeuten kann.

  • People & Culture Maßnahmen als Ergänzung, nicht als Ersatz für eine Nachhaltigkeitsstrategie und verantwortungsvolle Führung („Die magische Pille“). 

Für eine erste Standortbestimmung als HR Team kann das Tool “Circle of Power” eine wertvolle Unterstützung sein. (s. Abbildung).


Bewährt haben sich außerdem drei schnelle Quick-Check-Fragen:
  1. Wann wirst Du zum Thema Nachhaltigkeit vom Business angefragt?

  2. Kennst Du die Chancen für Nachhaltigkeit für Dein Unternehmen?

  3. Weißt Du, warum Nachhaltigkeitsmaßnahmen (nicht) funktioniert haben?

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen hat die Sharkbite Innovation GmbH drei wesentliche Handlungsfelder für People & Culture identifiziert, um in eine gestaltende Rolle im Bereich Nachhaltigkeitsstrategie zu kommen und begleitet HR Teams z.B. in Workshops dabei, diese für sich zu identifizieren und umzusetzen: 

  1. Fachexpertise aufbauen für peopleorientierte Nachhaltigkeitsthemen, ESG und das eigene Geschäftsmodell

  2. ESG-relevante Maßnahmen und Tools beherrschen für die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen und um deren Wirksamkeit messbar machen

  3. Die eigene Rolle im Bereich ESG definieren und als Partner im Business positionieren für Nachhaltigkeitsstrategie und -management im Unternehmen


WHAT?: Welche Maßnahmen für nachhaltiges Personalmanagement könnt ihr konkret umsetzen?

Um Nachhaltigkeitsstrategien und -maßnahmen zielgerichtet umzusetzen, müssen sie auf das Unternehmen und die Mitarbeitenden abgestimmt sein und mit den gelebten Werten übereinstimmen. So kann das Engagement authentisch in den Unternehmensalltag integriert werden, ansonsten kann es schnell als “Greenwashing” wahrgenommen zu werden.

Der beste Startpunkt zur Entwicklung einer Strategie für nachhaltiges Personalmanagement ist eine Bestandsaufnahme. Folgende Leitfragen können dabei helfen:

  • Was sind unsere Werte?

  • Was bedeutet für uns Nachhaltigkeit?

  • Welchen Stellenwert spielt Nachhaltigkeit im Unternehmen?

  • Welche Initiativen gibt es schon?

Welche Nachhaltigkeitsziele verfolgen wir / sind uns wichtig?


Inspiration durch Frameworks und Reports

Zur Inspiration, Bewertung und Priorisierung von Zielen und Maßnahmen können dabei Frameworks und Reports hilfreich sein. Beispiele sind die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex oder die Gemeinwohlmatrix. Auf der Website vom DNK und der GWÖ können zudem Reports und Bilanzen von anderen Unternehmen eingesehen werden, die viel Inspiration für nachhaltige Maßnahmen bieten.



5 konkrete Felder, in denen ihr Maßnahmen für nachhaltiges Personalmanagement umsetzen könnt

Personalmanager:innen können insbesondere in 5 Bereichen Maßnahmen umsetzen, die dazu beitragen, ein nachhaltiges Unternehmen zu schaffen:




Educate: Bewusstsein und Kompetenz erzeugen

Um positiv auf Veränderungen zu reagieren und diese auch proaktiv mitgestalten zu können, müssen Menschen deren Sinn oder Notwendigkeit verstehen. Daher ist es wichtig, zunächst Bewusstsein für Umweltthemen zu schaffen. Außerdem sollten Mitarbeitende über ihren individuellen Handlungsspielraum und -optionen aufgeklärt werden sowie mit der nötigen Toolbox ausgestattet werden, um Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen. 

  • Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen schaffen

  • Fortbildungsmaßnahmen und -angebote: soziale, methodische und fachliche Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit stärken

  • Umweltthemen/ Umweltbewusstsein in Führungskräfteentwicklung einbeziehen, Vorbildwirkung nutzen

Praxisbeispiel: Dior hat im Februar 2023 die Dior Sustainability Academy ins Leben gerufen mit dem Ziel, alle 14.000 Mitarbeiter:innen weltweit so zu schulen, dass sie die globale Herausforderung der Nachhaltigkeit verstehen und mit dem Wissen ausgestattet sind, das sie für ihre tägliche Arbeit benötigen, von der Beschaffung bis zum Eco-Design und dem Transport. 

Das digitale Tool ist in verschiedenen Sprachen zugänglich und reicht von kurzen Modulen, die Grundkenntnisse zu den wichtigsten Themen vermitteln, bis hin zu „berufsspezifischen“ Modulen.



Enable: Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz & darüber hinaus ermöglichen

  • Mobilitätsbudget für nachhaltige Mobilität

  • Dienstrad-Leasing

  • Fahrradabstellplätze

  • Homeoffice und remote Meetings

  • nachhaltige Sachbezüge

Praxisbeispiel: Mit GuudCard können Unternehmen nachhaltige Konsumentscheidungen einfacher und erschwinglicher für ihre Mitarbeitenden machen. Die Sachbezugskarte kann jeden Monat mit bis zu 50 Euro steuer- und sozialabgabenfrei beladen werden und Mitarbeitende können mit ihr im nachhaltigen Einzel- und Online-Handel einkaufen. So können Unternehmen nicht nur nachhaltigen Konsum bei Mitarbeitenden fördern, sondern gleichzeitig auch einen positiven Beitrag zur Lebenswertigkeit ihrer Standorte und deren Einzelhandel und Gastronomie leisten.


Engage: Mitarbeiter:innen einbeziehen

Wer es schafft seine Mitarbeiter in Nachhaltigkeitsmaßnahmen mit einzubeziehen, der motiviert diese aktiv zum Erreichen der Lösung beizutragen. Zudem setzen viele Menschen in ihrem Privatleben bereits viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen um – und würden sich freuen, diese auch am Arbeitsplatz einzubringen. Am besten funktionieren hier Programme, bei denen sich Mitarbeitende regelmäßig einbringen können bzw. bei denen Nachhaltigkeit laufend ins Gedächtnis gerufen wird. Wichtig: Das dürfen keine Überstunden sein!

  • Vorschlagswesen 

  • Green Teams / Taskforces / Gilden 

  • Pro-Bono-Projekte

  • Multiplikatoren identifizieren und nutzen

Praxisbeispiel: Einen besonders partizipativen Ansatz hat die HR Factory in München mit ihrer Green Week gezeigt. Bei dieser Themenwoche, die von Mitarbeitenden mitgestaltet wurde, drehte sich alles um Nachhaltigkeit: von Impulsvorträgen bis zu gemeinsamen Aktionen wie Müllsammeln oder einer Tauschparty. Dabei wurden die Mitarbeitenden ganz bewusst dazu aufgerufen, ihre eigenen Talente und ihr Wissen mit einzubringen und aktiv zur Gestaltung der Green Week beizutragen – und sie hatten auch viel Lust dazu. So hat beispielsweise eine Mitarbeitende, welche sich schon lange vegan ernährt, einen Vortrag zu veganer Ernährung gehalten. Mit der Green Week konnte durch die gemeinsamen Aktivitäten und den Austausch unter Kolleg:innen zu neuen Themen der Teamzusammenhalt gestärkt werden. Zudem hat sich die Woche positiv auf die Arbeitgebermarke der HR Factory ausgewirkt – sowohl nach innen als auch nach außen.


Encourage: Nachhaltigkeit incentivieren und belohnen

Nachhaltiges Verhalten kann von Unternehmen incentiviert und belohnt werden. So können Mitarbeitende zum einen motiviert werden, zum anderen kann aber auch ein klares Statement für die Werte des Unternehmens gegeben werden. Wichtig ist hierbei, die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens klar zu kommunizieren, damit alle an einem Strang ziehen.

  • Flexible Gehaltsbestandteile mit ökologischen Zielen verbinden

  • Ideen für mehr Nachhaltigkeit (nachhaltig) prämieren (guudschein.com)

  • „Nudging“ für nachhaltiges Verhalten – Ideen unter green-nudging.de

Beispiel: Das Berliner Startup Clime lässt Mitarbeitende ihren CO2-Fußabdruck bestimmen und liefert anschließend Informationsmaterial dazu, wie er reduziert werden kann. Mit Challenges werden Mitarbeitende zudem dazu motiviert, ihren Fußabdruck aktiv zu reduzieren.


Exemplify: Vorbildfunktion nutzen und Nachhaltigkeit vorleben

Die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen kann einen großen Effekt auf die Nachhaltigkeit des Unternehmens haben – nicht nur als direkter Einfluss auf Ressourcenverbrauch, sondern auch als Vorbildfunktion für Mitarbeitende in ihrem Arbeits- und Privatleben. Beispiele hierfür sind:

  • Nachhaltigkeitsbeauftragte benennen

  • Richtlinien für Dienstreisen: Bahn vor Flug etc.

  • Vegetarische / regionale Kantine

  • Nachhaltige Team-Events

  • Digitale statt papierbasierten Prozessen

  • Müllvermeidung und -trennung

  • Ökostrom

Praxisbeispiel: Passend zum Veganuary hat die Gastronomie der AUDI AG im Januar 2022 gezeigt, wie vielfältig vegane Ernährung sein kann. Jede Woche standen mindestens drei vegane Hauptgerichte auf dem Speiseplan. Für die Mitarbeitenden im Home Office gab es Kochvideos und Rezepte zum Nachkochen.



 
Bonus: Nachhaltiges Personalmangement Engagement sichtbar machen

Ein wichtiger Punkt, der häufig übersehen wird: Das Nachhaltigkeits-Engagement muss auch kommuniziert werden, insbesondere gegenüber drei Anspruchsgruppen: 

  • Mitarbeiter:innen: zeigt eurem Team, für welche Werte ihr steht, und wie ihr euch engagiert, um diese auch umzusetzen.

  • Unternehmensführung: werdet als Personalabteilung sichtbar darin, wie ihr dazu beiträgt, dass eures ein nachhaltiges Unternehmen wird. 

  • Bewerber:innen: 59 % wünschen sich häufigere Hinweise auf die Arbeitgeber-Haltung zu Klimafragen in Stellenanzeigen oder auf Karrierewebseiten.

Dabei ist es wichtig, nicht nur die getroffenen Maßnahmen, sondern auch das WARUM dahinter und die Unternehmenswerte zu kommunizieren. Diese Transparenz macht das Umweltengagement von Unternehmen glaubwürdig und hilft dabei, den Anschein von Greenwashing zu vermeiden. 


 


Fazit: Nachhaltiges Personalmanagement ist ein absolut zukunftsträchtiges Feld und ihr habt jetzt die Chance, euch hier zu positionieren und abzusetzen – als attraktive Arbeitgeber und vor allem als die Treiber:innen hinter der Nachhaltigkeit in eurem Unternehmen.


Wenn ihr dabei Unterstützung wünscht, kontaktiert gerne Dorothea Ward von Sharkbite Innovation oder Susanna Mur von guud.

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